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Der Hans-Meid-Preis, der im Zweijahresrhythmus für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Grafik, insbesondere der Buchgrafik und der Buchillustration von der Hans-Meid-Stiftung vergeben wird, geht in diesem Jahr an Line Hoven. Die Hans-Meid-Stiftung würdigt damit insbesondere die meisterhafte Zeichenkunst und das bilderzählerische Können im Gesamtwerk der Hamburger Illustratorin.

 

Line Hoven hat bereits mit ihrem Comic-Debüt „Liebe schaut weg“ ein herausragendes Werk geschaffen. Bei den darauf folgenden Zeitungsillustrationen und Buchprojekten, wie z. B. „Dudenbrooks“ und „Schmythologie“, zu Texten von Jochen Schmidt, hat sie ihre Illustrationskunst konsequent und unbeirrt weitergeführt. Line Hoven arbeitet in der anspruchsvollen Technik des Schabekartons. Mit inspirierter Ausdauer und Konzentration kratzt sie geduldig ihre detailreichen Bildkompositionen aus der schwarzen Fläche heraus. Virtuosität und Detailreichtum sind bei Line Hoven jedoch kein ästhetischer Selbstzweck, sondern entwickeln eine rätselhafte narrative Botschaft, mit stillem Humor und eigenwilliger Skurrilität. Obwohl die Handlung oft in der sequentiellen Erzählweise des Comics voranschreitet, scheint die Zeit in den Bildern selbst stillzustehen. Dadurch entsteht ein geheimnisvolles, magisches Moment, das die künstlerische Eigenständigkeit der Arbeit von Line Hoven kennzeichnet und die Jury überzeugt und begeistert hat.

 

Der Hans-Meid-Preis wurde 1993 von Max Meid, dem Sohn des Malers, Grafikers und Illustrators Hans Meid (1883–1957) gestiftet. Er gilt als hoch angesehene Auszeichnung des Fachgebiets der Buchillustration. Der Preis ist mit 15.000 EUR dotiert. Bisherige Preisträger waren 1994 Klaus Waschk, 1995 Egbert Herfurth und Rolf Münzner, 1996 Baldwin Zettel, 1999 Eckehard Froeschlin, 2001 Jürgen Wölbing, 2007 Tobias Teschner, 2011 Jens Harder, 2013 Nadia Budde, 2015 Lars Henkel.

 

Neben dem Hauptpreis vergibt die Hans-Meid-Stiftung in diesem Jahr im Rahmen des Hochschulwettbewerbs vier Förderpreise. Wie schon in den vergangenen Jahren waren die Professorinnen und Professoren der Fächer Illustration und Druckgrafik an den Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgerufen, Studierende für den Förderpreis der Hans-Meid-Stiftung zu nominieren. 21 Nominierungen wurden eingereicht, unter denen die Jury die mit je 1.500 EUR dotierten Förderpreise vergab. Ausgezeichnet werden Maximilian Baitinger, Tanja Esch, Magdalena Kaszuba und Anna Marin. Die Hans-Meid-Stiftung möchte mit den Förderpreisen insbesondere talentierte Studierende und Berufseinsteiger auf ihrem künstlerischen Weg unterstützen.

 

Die Preisverleihung findet am Sonntag, 12. November, um 11:30 Uhr in der Kunsthalle St. Annen in Lübeck statt. Mit der Preisverleihung wird zugleich die Ausstellung Scratch My Back. Hans-Meid-Preisträgerin Line Hoven und Hochschulwettbewerb Illustration eröffnet, die bis zum Sonntag, 11. Februar 2018, in der Kunsthalle zu sehen sein wird. Erstmals findet die Präsentation zum Hans-Meid-Preis in Lübeck statt, wo bildende Kunst, Literatur und die Verbindung von beidem in der Museumslandschaft traditionell eine wichtige Rolle spielen. In der Buchillustration finden beide künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten idealerweise zusammen. Die Ausstellung in der Kunsthalle St. Annen präsentiert Werke der aktuellen Preisträgerin, aller Nominierten im Hochschulwettbewerb sowie Beispiele der Illustrationskunst von Hans Meid aus dem frühen 20. Jahrhundert. Neben zahlreichen Arbeiten von Line Hoven werden, um die Vielfalt illustratorischer Arbeiten vor Augen zu führen, zudem Werke des Preisträgers 2015, Lars Henkel, präsentiert.